Gibt es neben Arabica und Robusta noch andere Kaffeesorten?

Gibt es neben Arabica und Robusta noch andere Kaffeesorten? Liberica & Excelsa einfach erklärt (Seltene Kaffeesorten)

Warum fast alle über Arabica und Robusta sprechen

Über 95% des Kaffeemarkts bestehen aus Arabica und Robusta. Sie liefern stabile Erträge, sind global verfügbar und decken ein breites sensorisches Spektrum ab. Lieferketten, Preise und Ausbildung sind darauf ausgerichtet - deshalb kreist die Debatte oft um „Robusta vs Arabica vs Liberica“.

Gibt es neben Arabica und Robusta noch andere Kaffeesorten?

Ja. Die wichtigsten Kaffeesorten neben Arabica und Robusta sind Liberica und Excelsa. Beide gelten als seltene Kaffeesorten, werden in Nischen angebaut und im Specialty-Umfeld zunehmend neugierig entdeckt.

Liberica (Coffea liberica): Herkunft, Anbau, Besonderheiten

Ursprünglich aus Westafrika, heute u. a. in den Philippinen, Malaysia und Indonesien. Bäume sind sehr hoch, Früchte und Bohnen groß, die Pflanzen gelten als robust gegenüber Schädlingen und Hitze. Liberica Kaffee zeigt oft unregelmäßig geformte Bohnen.

Geschmack von Liberica: typische Aromen und woran du sie erkennst

  • Schwerer Körper, geringe Säure
  • Aromen von getrockneter Jackfrucht, dunklem Karamell, Holz, Rauch
  • Häufig würzig-exotisch; „polarisierend“ im Cup

Excelsa (Coffea excelsa): Was sie ist und warum sie selten bleibt

Excelsa (botanisch teils Coffea liberica var. dewevrei) wächst unter schwierigen Bedingungen, bleibt aber wegen niedrigerer Erträge, aufwendiger Ernte und kleiner Nachfrage rare. Im Handel wird sie dennoch meist separat geführt.

Excelsa vs. Liberica: Unterschiede bei Bohne, Anbau und Cup-Profil

  • Bohnen: Excelsa meist kleiner und weniger unregelmäßig als Liberica
  • Anbau: beide hitzetolerant; Excelsa oft in Mischkulturen
  • Tasse: Excelsa Geschmack fruchtiger, säurebetonter; Liberica voller, süßer-würzig
  • Processing prägt stark: Natural betont Tropenfrucht, Washed macht klarer

Marktanteile & Verfügbarkeit: Warum diese Sorten kaum im Handel sind

Beide bewegen sich bei ca. 1% Weltmarktanteil. Kleine Mengen, wenig standardisierte Lieferketten und Rösterfokus auf Arabica/Robusta begrenzen die Sichtbarkeit – in Deutschland findest du sie eher als limitierte Microlots.

Zubereitungstipps: So holst du aus Liberica/Excelsa das Beste heraus

  • Brühtemperatur: Liberica 92-94°C, Excelsa 90-93°C
  • Ratio: 1:15 bis 1:16; längere Bloom-Zeit (40-60 s)
  • Methoden: Immersion (French Press) für Körper; V60/Kalita für Excelsa-Frucht
  • Espresso: sanfte Preinfusion, etwas gröber mahlen

Kaufen & Transparenz: Worauf du bei Specialty Liberica/Excelsa achten solltest

  • Klare Art/Varietät: Coffea liberica oder Coffea excelsa
  • Aufbereitung (Natural/Washed/Honey) und Erntejahr
  • Herkunft bis zur Farm/Kooperative, Höhenlage
  • Röstgrad passend zur Zubereitung
  • Sensorische Noten statt bloßer Herkunftsangaben

FAQ

Gibt es neben Arabica und Robusta noch andere Kaffeesorten?
Ja, aber mit sehr kleinem Marktanteil. Liberica (Coffea Liberica): Wächst in Westafrika, hat große Früchte, ist besonders schädlingsresistent. Macht ca. 1% des Weltmarktes aus. Excelsa (Coffea Excelsa): Ebenfalls ca. 1% Marktanteil, wächst auch unter schwierigen Bedingungen, sehr aromatischer Geschmack.
Ist Excelsa eine eigene Kaffeesorte oder nur eine Varietät?
Im Handel wird Excelsa häufig als eigene Sorte geführt. Botanisch wird sie teils näher an Liberica eingeordnet, wird aber sensorisch und im Markt meist separat beschrieben.
Warum sind Liberica und Excelsa in Deutschland so schwer zu finden?
Die Mengen sind klein, Lieferketten weniger etabliert und viele Röstereien fokussieren auf Arabica/Robusta. Wenn verfügbar, dann eher als limitierte Microlots im Specialty-Segment.

Weiterlesen: SCA Flavor Wheel, Verarbeitungseinflüsse (Washed vs Natural) und Berichte von Röstereien, die Specialty Liberica/Excelsa rösten.